Beiträge kassiert, Leistungen verweigert: Wer schützt kranke Menschen?

By Published On: 17 September, 2026

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Pressemitteilung

Beiträge bezahlt. Leistungen verweigert? Wer schützt kranke Menschen?

Bern, 17. September 2026

Monat für Monat werden Beiträge für die Arbeitslosenversicherung und Prämien für Versicherungen wie die Krankentaggeldversicherung bezahlt. Doch wenn Menschen krank werden und dringend Unterstützung benötigen, beginnt für viele ein zusätzlicher Kampf.

Formulare, lange Wartezeiten, unbeantwortete Anfragen, unklare Zuständigkeiten und abgelehnte Leistungen belasten Menschen, die ohnehin bereits gesundheitlich und finanziell unter Druck stehen.

Eine kranke Person sollte sich auf ihre Genesung konzentrieren können – und nicht zusätzlich um ihre Existenz kämpfen müssen.

Wenn Unterstützung zum Spiessrutenlauf wird

Wer krank ist, hat oft nicht die Kraft, sich wiederholt bei Ämtern und Versicherungen zu melden, fehlende Informationen einzufordern oder Entscheide anzufechten. Trotzdem werden Betroffene immer wieder dazu gezwungen, ihre Situation neu zu erklären und ihre Ansprüche mühsam durchzusetzen.

Besonders belastend ist es, wenn vollständig eingereichte Unterlagen über längere Zeit nicht bearbeitet werden oder Rückmeldungen ausbleiben. Währenddessen laufen Miete, Krankenkassenprämien und Rechnungen weiter.

Rechtsschutz statt Hilfe?

Es kann nicht sein, dass Betroffene jahrelang Beiträge und Prämien bezahlen und im Leistungsfall zusätzlich juristische Hilfe benötigen, um überhaupt gehört zu werden. Eine kranke Person sollte nicht gezwungen sein, eine Rechtsschutzversicherung einzuschalten, nur um die Prüfung ihrer Situation oder eine nachvollziehbare Antwort zu erhalten.

Wer krank ist, darf nicht als Bittsteller behandelt werden. Hinter jedem Antrag steht ein Mensch – keine Aktennummer.

Schmerzraum fordert ein faires Verfahren

Schmerzraum fordert keine automatische Gutheissung jedes Leistungsantrags. Der Verein verlangt jedoch faire, transparente und menschliche Verfahren. Betroffene müssen verständliche Entscheide erhalten, ihre Rechte kennen und eine reale Möglichkeit haben, sich gegen Entscheide zu wehren.

Behörden und Versicherungen müssen insbesondere bei Menschen mit chronischen, psychischen oder unsichtbaren Erkrankungen sorgfältig und respektvoll handeln. Verzögerungen und fehlende Kommunikation dürfen nicht dazu führen, dass Menschen in finanzielle Not geraten.

«Wer krank ist, darf nicht zusätzlich daran zerbrechen, dass er um jede Unterstützung kämpfen muss», sagt Johny Wäfler, Präsident und Gründer von Schmerzraum.

Eine soziale Versicherung muss Menschen in schwierigen Lebenssituationen auffangen – nicht zusätzlich unter Druck setzen.

Über Schmerzraum

Schmerzraum ist ein gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verein mit Sitz in Bern. Der Verein unterstützt Menschen mit körperlichen und/oder psychischen Schmerzen sowie deren Angehörige, fördert den Austausch, sensibilisiert die Öffentlichkeit und bietet Informationen und Orientierung.


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