
Schmerzraum warnt vor neuen Hürden beim Zugang zur Psychotherapie.
Pressemitteilung
Schmerzraum warnt vor neuen Hürden beim Zugang zur Psychotherapie
Bern
Der gemeinnützige Verein Schmerzraum beobachtet die aktuelle Diskussion um eine mögliche Verschärfung des Zugangs zur psychologischen Psychotherapie mit Sorge.
Die zuständige Kommission des Nationalrates möchte die Voraussetzungen für psychologische Psychotherapie zulasten der Grundversicherung verschärfen. Künftig könnte vor einer Behandlung zuerst eine Diagnose durch eine Psychiaterin oder einen Psychiater notwendig werden.
Für Schmerzraum ist klar: Die steigenden Gesundheitskosten müssen ernst genommen werden. Gleichzeitig dürfen Sparmassnahmen nicht dazu führen, dass Menschen mit psychischen Belastungen noch länger auf notwendige Unterstützung warten müssen.
Zusätzliche Zugangshürden könnten die Situation verschärfen
Bereits heute bestehen teilweise lange Wartezeiten auf psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungen. Zusätzliche Zugangshürden könnten diese Situation weiter verschärfen.
Besonders betroffen sind auch Menschen mit chronischen und unsichtbaren Schmerzen. Körperliche und psychische Belastungen lassen sich häufig nicht voneinander trennen. Chronische Schmerzen können unter anderem zu Erschöpfung, Ängsten, psychischen Belastungen, sozialer Isolation und einem Verlust gesellschaftlicher Teilhabe führen.
«Wir verstehen, dass die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen Lösungen verlangt. Die Antwort darf aber nicht darin bestehen, Menschen zusätzliche Hürden vor eine notwendige Behandlung zu stellen. Wer Hilfe braucht, sollte diese möglichst früh und unkompliziert erhalten können.»
– Johny Wäfler, Präsident und Gründer von Schmerzraum
Eine differenzierte Diskussion ist notwendig
Schmerzraum spricht sich deshalb für eine differenzierte Diskussion aus. Bei politischen Entscheidungen müssen bestehende Wartezeiten, der Fachkräftemangel, die Situation von Menschen mit chronischen und psychischen Belastungen sowie der Nutzen einer frühzeitigen Unterstützung berücksichtigt werden.
Kosteneffizienz und eine gute Gesundheitsversorgung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Schmerzraum appelliert an Politik und Gesundheitswesen, Lösungen zu entwickeln, welche die Kostenentwicklung berücksichtigen, ohne den niederschwelligen Zugang zu psychotherapeutischer Unterstützung unnötig einzuschränken.
Über Schmerzraum
Schmerzraum ist ein gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verein mit Sitz in Bern. Der Verein unterstützt Menschen mit körperlichen und/oder psychischen Schmerzen sowie deren Angehörige, fördert den Austausch, sensibilisiert die Öffentlichkeit und bietet Informationen und Orientierung.
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